CFS/ME: Gib die Hoffnung auf!

Manchmal denke ich, es macht gar keinen Unterschied ob ich nun aktiv etwas gegen die Krankheit unternehme oder nicht.
Es geht mir trotz meiner Bemühungen immer etwa gleich. Mal besser mal schlechter. Definitiv besser als vor 2 Jahren, das schon,  ich kann wieder mehr unternehmen. Aber vielleicht ginge es mir genau gleich, wenn ich der Krankheit einfach ihren Lauf gelassen hätte?
Jedenfalls werde ich nun die Hoffnung auf Besserung aufgeben. Hoffen heisst, auf ein besseres Morgen zu warten und dieses Hoffnung raubt mir die Gegenwart. Klar möchte ich gesund werden, das wäre wunderbar aber wer weiss, ob das eintreffen wird
Ich werde versuchen die guten Momente die der Tag bringt zu geniessen und die schlechten durchziehen lassen, ohne mich gross damit zu beschäftigen und mein Leben mit Müdigkeit und all den Einschränkungen einfach mal so akzeptieren, wie es nun eben ist. Es bringt mir gar nichts, etwas zu wollen, das ich momentan nicht haben kann. Einfacher gesagt als getan … Aber ich denke, die Hoffnungslosigkeit nimmt mir den Frust und die Angst vor Rückschlägen. Ich warte seit 3 Jahren auf ein Wunder das nicht eingetreten ist und damit ist nun Schluss. Fakt ist, dass ich momentan mit der Krankheit leben muss, so gut es eben geht und mit so viel Gelassenheit wie irgend möglich
Herzlich,
Christine
Das hier habe ich aus „wenn alles zusammenbricht“ von Pema Chödron. Ich finde, es drückt sehr gut aus, was ich mit meinem Post sagen möchte:
Auf tibetisch gibt es einen Ausdruck: ye tang che. Ye bedeutet „ganz und gar, vollständig“, der Rest des Begriffs bedeutet „erschöpft“. Zusammen bedeutet ye gang che also völlig erschöpft. Wir könnten auch sagen „endgültig die Nase voll haben“. Gemeint ist eine Erfahrung völliger Hoffnungslosigkeit, das vollständige aufgeben jeglicher Hoffnung. Das ist ein wichtiger Punkt. Es ist der Anfang vom Anfang. Ohne die Hoffnung aufzugeben, dass es irgendwo besser ist oder dass man selbst irgendwie besser sein könnte, werden wir niemals gelassen akzeptieren, wo wir sind und wer wir sind.
Statt uns von unserer Negativität überwältigen lassen, können wir uns auch eingestehen, dass wir uns momentan beschissen fühlen und uns die Lage ohne Zimperlichkeit anschauen. Das ist die mitfühlende Haltung. Das ist die mutige Einstellung.

Kommentare

  1. Leide seit 10 Jahren an CFS/ME habe kaum mehr Kraft zu schreiben, bitte melde dich mal bei mir, danke : roeschandreas@gmx.de danke hoffe bis ganz bald lg Andy

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  2. Lieber Andy

    Das tut mir sehr leid, dass er dir schon so lange so schlecht geht. Was kann ich für dich tun? Du darfst mir gerne auf cfsblogchristine@gmail.com eine private Nachricht schicken. Ich würde mich freuen.

    Alles Gute und viel Kraft wünsch ich dir.
    Herzlich,
    Christine

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  3. Liebe Christine,
    was für ein toller Blog. Ich habe ihn in einem Rutsch verschlungen und bin tief beeindruckt von den vielen Facetten die Du zeigst. Vieles kommt mir bekannt vor und doch bin ich erst am Anfang meiner Reise. Life is a journey - enjoy the ride.
    Dankeschön für die Einblicke, Impulse und für Deinen tollen Humor.
    Andrea

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    1. Liebe Andrea

      Vielen Dank für deinen motivierenden Kommentar! Bist du auch an CFS erkrankt? Ich würde mich freuen, mehr von dir zu lesen.

      Alles Gute
      Christine

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  4. Ich habe ebenfalls seit ca 10 jahren cfs...es ist wirklich die Hölle auf Erden! !!! Deshalb werde ich es auf keinen fall und unter gar keinen Umständen akzeptieren das es nicht mehr weg geht! ;)
    Ich war bettlägrig und kann inzwischen wieder etwas unternehmen! Es geht bergauf, wenn auch nur sehr sehr langsam...
    Ich habe mittlerweile einige Therapieansätze gefunden die helfen :)
    Und immer auf der suche nach weiteren!
    Bei Interesse darf sich gerne gemeldet werden!
    Amely.weiher@gmx.de
    Viele Grüße :)

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    1. Liebe Amely

      Schön zu lesen, dass du Fortschritte machst auch wenn sie noch so klein sein mögen.
      Ich versuche einfach den momentanen Zustand - so gut es geht - zu akzeptieren. Das heisst aber nicht, dass ich mich aufgegeben hätte. Ich bleibe dran am Gesundwerden :-)
      Neue Ideen und Ansätze sind immer gefragt und es wäre sehr schön, wenn du sie mit uns teilen magst.
      Alles Gute & vielen Dank für dein Feedback.
      Christine

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  5. Hallo Christine, mich hat es nun schon das zweite Mal erwischt. Nach dem ersten CFS (7 Jahre) war ich ganze 4 Jahre gesund bis es mich 2014 wieder umhaute. Damals half mir die Salz/Vitamin C Therapie (aus der Borreliosegruppe) und Gupta mich aus dem Alptraum zu befreien. Diesmal versuche ich beides, leider bisher noch ohne Erfolg. Das zweite mal empfinde ich als noch schlimmer, besonders weil mir die damaligen Therapien bisher nicht helfen...

    Ich bin ja beeindruckt, dass Du noch arbeiten gehen kannst und es sogar geschafft hast zu verreisen. Ich freu mich, dass es Dir jetzt besser geht!! Ich hab auch ein Forum aufgemacht für alle, die es mit Gupta versuchen wollen. Es gibt auch schon erste Erfolge. Vielleicht kennst du das Forum ja schon? Hier mal der Link: http://cfs-gupta.forumprofi.de

    Liebe Grüße
    Biana

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