Samstag, 30. Dezember 2017

Kurkuma Latte

Ich habe ein neues Lieblingsgetränk, das den Körper & Geist wärmt, gerade richtig an diesem nasskalten Tag. Ich habe mich in meine Decke eingewickelt und warte auf das neue Jahr ;-)

Kurkuma Latte Vanille von Sonnentor


und so geht's:
1 TL Kurkuma Mischung in 250 ml Mandelmilch (die könnt ihr ganz einfach selber machen*) einrühren, aufwärmen, fertig. Ich gebe jeweilen einen TL Kokosöl dazu, damit das Ganze schön cremig wird und süsse mit Feigen- oder Ahornsirup. Dann kurz in den Mixer damit, so wird die Milch richtig luftig/schaumig. Sooooo fein!

Und dann ist da auch noch der gesundheitliche Nutzen, wie auf www.zentrum-der-gesundheit.de nachzulesen ist:

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kurkumin genauso wirksam gegen Entzündungen im Körper vorgeht wie so manch einschlägiges Medikament wie z. B. Hydrokortison, Phenylbutazon (Mittel gegen rheumatische Schmerzen, das jedoch so starke Nebenwirkungen hat, dass es nur noch selten verordnet wird), Aspirin® und Ibuprofen® - allerdings ohne deren schädliche Nebenwirkungen.

Ich wünsche euch einen guten Vor-Silvesterabend.
Christine

* Mandelmilch: 80 gr ganze, ungeschälte (Bio-)Mandeln über Nacht einweichen, gut abspülen, mit 500 ml Wasser in den Mixer geben, durch ein Geleetuch passieren, evtl. mit etwas Ahornsirup süssen und fertig ist die Mandelmilch. Der "Abfall" kann  getrocknet als Mehl verwendet werden.

Freitag, 29. Dezember 2017

Notlügen

Geht es euch manchmal auch so, dass ihr auf die einfache Frage: "wie geht es dir" nicht wisst, was antworten?

Chronisch krank zu sein ist langweilig.

An den meisten Tagen, wären das meine ehrlichen Antworten.

Tag 1: Ich fühle mich schrecklich, vermutlich eine Grippe
Tag 6: Ich fühle mich schrecklich, habe die Grippe
Woche 30: Ich fühle mich schrecklich, der Arzt sagt es ist nichts
Jahr 1: Ich fühle mich schrecklich, was ist bloss los mit mir
Jahr 2: Ich fühle mich immer noch schrecklich
Jahr 5: erraten! ...

... als ob jemand das immer wieder hören geschweige denn sagen möchte. Ich ziehe es vor, von Zeit zu Zeit "kreativere" Antworten zu geben oder die Frage ganz zu ignorieren - zum Wohl von mir - zum Wohl der anderen.

Gelegentlich fühle ich mich schlecht für die kleinen Lügen, die ich in Bezug auf mein CFS erzähle, als ob ich zur Ungewissheit und zum Unglauben beisteure, die die Erkrankten bereits plagen ...


Herzlich,
Christine

Sonntag, 29. Oktober 2017

Sonntagskritik

Es ist 5 Uhr morgens, ich habe bei Google "CFS recovery" eingegeben und oh Wunder, die Suche erzielt "ungefähr" 760 000 Treffer in 0.41 Sekunden! Manche führen zu seitenlangen Chats andere zu Kliniken und Ärzten, die um unsere Gunst buhlen. Selbsternannte Coaches und Heiler bieten ihre Dienste an, unzählige Blogs wollen uns mit ihren Erfahrungen helfen.
Ich lese planlos hier und da, verliere mich in der Menge der Unglücklichen und Heilsversprecher.
Die Beiträge scheinen austauschbar. Sie sind bunt gemischt, einige weise, manche klagend, viele widersprüchlich. Ein Sammelsurium an Ideen und Meinungen. Eines ist allen gewiss: ein Rezept hat keiner.

Es bleibt nichts anderes übrig als zu warten, bis DIE Pille gefunden wird und das wird nicht passieren solange kaum Geld in die Forschung fliesst (wie etwa bei Multipler Sklerose).

Also ergreifen wir bis da hin die Initiative: Wir halten strikt Diät, essen nichts Süsses, keine Milchprodukte, essen glutenfrei, & bio. Kaffe, Alkohol und Tabak sind sowieso gestrichen - die Lebensfreude schwindet noch mehr, nur CFS bleibt.

Und was wir nicht alles an Pülverchen & Mittelchen ausprobiert haben. Keine Therapie ist uns zu abwegig - sofern wir es uns leisten können. Die Hoffnung stirbt zuletzt, ja nichts unversucht lassen, es könnte genau das Puzzleteilchen sein, das uns wundersam heilt. Und schlussendlich die Erkenntnis: nichts hilft, auch viel hilft nichts. Gar nichts hilft! Und wenn es uns über die Jahre etwas besser geht, wissen wir schlussendlich nicht warum.

Nach einer Weile merkt man, dass die meisten, die von Heilerfolgen sprechen ein bestimmtes Produkt, eine bestimmte Klink, ein bestimmtes Vitaminpräparat (zu abstrusen Preisen) anbieten. CFS ein ein lukratives Geschäft, Vitaminpräparate-Hersteller verdienen mit den Millionen Erkrankter gutes Geld.

Und dann kommt wieder eine wissenschaftliche Studie raus die belegt, dass zB Ribose wahre Wunder wirken soll auf den Müdigkeits-/Energielevel um dann gleich wieder von einer neuen Studie dementiert zu werden.

Ich habe Stunden im Netz verbracht auf der Suche nach dem heiligen Gral und da wird klar, dass die grosse Fülle der "Heilmittel" nur bedeuten kann, dass es keine gibt. Wäre eine Methode wirksam, würden wir sie schon längst alle anwenden.

Trotz dieser Erkenntnis lass ich das surfen nicht bleiben. Manchmal brauche ich ein paar aufmunternde Worte, Blogs die mir Hoffnung machen, dass es sehr wohl aufwärts gehen kann, auch wenn nicht von heute auf morgen - die Heilung braucht Zeit, das ist die einzige Gewissheit die wir haben. Und daran glaube ich nach wie vor. In diesem Sinne euch allen einen guten Sonntag.

Herzlich,
Christine

Montag, 11. September 2017

Die Vergangenheit loslassen

Langsam muss ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass ich tatsächlich chronisch krank bin und und dass sich das Niveau, das ich habe, evtl. nicht mehr verbessert. Das mag verrückt klingen, dass ich für diese Einsicht fast 5 Jahre gebraucht habe; aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt ... 

In diesen Engen Grenzen zu leben ist hart. Die Ignoranz, die fehlende Empathie der Mitmenschen zu ertragen ist hart. Die Vergangenheit, Vergangenheit sein zu lassen ist hart.  Den Kampf alleine zu kämpfen ist hart.  Jeden Morgen todmüde aufzustehen ist hart. Keine Wanderungen mehr machen zu können ist hart. Nicht leistungsfähig zu sein, weder geistig noch körperlich, ist hart.   


Ich muss mich damit abfinden, dass ich mich entscheiden muss, ob ich spazieren gehe oder lieber am Abend an ein Konzert. 


Ich muss mich damit abfinden, dass mein Tag aus vielen, vielen Entscheidungen und Zeitintervallen besteht und nicht alles möglich ist, was ich mir vorgenommen habe. 


Ich muss mich damit abfinden, nie zu wissen, wie der nächste Tag aussieht. 


Ich muss mich damit abfinden, dass mein Kopf so vieles möchte aber der Körper leider nicht. 


Ich muss mich damit abfinden, dass die Arbeit so viel Energie frisst, dass an den Arbeitstagen keine Kraft mehr bleibt für Spontanes.  


Ich versuche, mich nicht in Selbstmitleid zu suhlen. Es gibt in der Schweiz schätzungsweise 20 000 Menschen, die an CFS erkrankt sind, rund 25 % davon schwer, sie sind ans Haus gebunden oder bettlägerig. Diese Menschen wären glücklich, in meiner Haut zu stecken.   


Es liegt an mir, das Beste für mich zu tun, mich zu beherrschen, gut zu essen, mich auszuruhen, die Grenzen zu respektieren und – energiemässig - so weise Entscheidungen wie möglich zu fällen. Im Gegensatz zu meiner gesunden Vergangenheit besteht mein Heute aus pacing, ausruhen, schlafen, im Jetzt leben, meditieren, auf einen guten Tagen hoffen und ihn auskosten und mich an schlechten Tagen auf die besseren fokussieren, die auch wieder kommen.  


Es gibt kein Kämpfen gegen CFS und kein Ignorieren, das funktioniert nicht. Die Krankheit erinnert mich konstant an meine Einschränkungen und Grenzen. So bleibt das einzig wichtige die Einsicht, sie als Teil von mir anzunehmen. Trotzdem: CFS & ich: das wird keine Liebesgeschichte.


Herzlich,

Christine

Samstag, 22. Juli 2017

Auf den Körper hören

In der ersten Zeit als ich mich immer ausgelaugter fühlte und die grippeähnlichen Symptome angefangen haben, war mein grösster Fehler, mir nicht die nötige Ruhe zu gönnen.
Ich habe einfach weiter gemacht. Ich bin ins Fitness, obschon ich merkte, dass mein Körper das Training nicht tolerierte und es mich noch schwächer machte. 
Meine Selbstfürsorge existierte nicht. Ich habe mich immer weiter vorangetrieben, weiter und weiter bis zur Endstation CFS und sämtliche Warnsignale ignoriert. 

Ich bin fest davon überzeugt, wenn ich mich in diesem Anfangsstadium 100 % geschont, meinen Körper und Geist relaxt hätte, hätte es mich davor bewahrt, CFS zu entwickeln. Der Körper sagt uns was wir brauchen, wir müssten bloss lernen auf ihn zu hören.

Allen ernstes: wenn du das liest und du fühlst dich schon länger abgeschlagen, hast die Grippe oder Drüsenfieber, dann geh sofort ins Bett, gönne dir Ruhe. Trink Wasser, viel, nimm ein entspannendes Bad, eine Massage, surfe nicht im Internet, höre stattdessen im Bett ein Hörbuch, meditiere, tanke soviel frische Luft und Sonne wie nur möglich, mach dich so gut wie möglich frei von allen Verpflichtungen - sei gut zu dir und nimm ein gutes Multivitaminpräparat.

Ich wünschte mir, ich könnte die Zeit zurückspulen und einiges besser machen.

Häbet sorg!
Herzlich,
Christine

Montag, 5. Juni 2017

Couch-Potato

An alle Couch Potatoes und Bewegungsmuffel. Ich wünsche euch einen Tag mit CFS und ihr würdet es unglaublich schätzen, dass ihr einen Körper habt, der Bewegung liebt und nicht mit einem Crash, Muskel- und Kopfschmerzen darauf reagiert. Wie gerne würde ich mich mal wieder auspowern, an die Grenzen gehen und einfach ohne etwas zu überlegen Sport treiben.


Ich find es immer noch unglaublich schwierig, mich zurückzuhalten und zu pacen. Ich weiss, dass ich an guten Tagen "gefahrlos" 2 Kilometer gehen kann. Aber dann bin ich unterwegs, es ist so schön draussen und plötzlich werden aus den zwei 4/5 Kilometer und ich komm auf allen vieren zu Hause an.


Das gleiche Muster wenn ich eine Freundin treffe. Eine Stunde reden geht gut, dann kriege ich einen heissen Kopf, konzentrieren wird schwieriger und plötzlich ist sie da die grosse Müdigkeit. Eigentlich würde ich genau merken, wenn es besser wäre Halt! zu sagen und mich zu verabschieden aber manchmal mag ich einfach nicht in diesem ewigen Stop-and-go-Rhythmus leben. Und die Strafe folgt auf den Fuss. Ich kriege Migräne, bin so erschöpft, dass ich nicht mal mehr schlafen kann und brauche 2 Tage um mich wieder einigermassen aufzupäppeln.
Also muss ich mich selber mal wieder an der Nase nehmen, gehen wenn es am schönsten ist und mich bemühen, meine Grenzen besser zu respektieren und nicht immer darüber hinaus zu gehen. Ich überschreite meine Grenzen viel zu oft, mache einfach weiter auch wenn es mir nicht gut tut und vergleiche mich mit anderen und besonders mit meinem früheren ICH. Ich werde mich wohl oder übel vermehrt in Zurückhaltung üben müssen. Nicht eben meine Paradedisziplin :-)






Kurkuma Latte

Ich habe ein neues Lieblingsgetränk, das den Körper & Geist wärmt, gerade richtig an diesem nasskalten Tag. Ich habe mich in meine Decke...